Erfurt – Krebsbericht Thüringen vorgestellt: Gesundheitsministerin Heike Werner (Die LINKE): „Zunahme bei Krebsneuerkrankungen bedingt durch Altersstruktur der Gesellschaft“

gesundheit24-online-das-magazinErfurt (TH) – Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (Die LINKE), hat über den aktuellen Krebsbericht für Thüringen informiert. Das Gemeinsame Krebsregister (GKR) der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen hat dafür Daten der Jahre 2012 und 2013 ausgewertet.

Gesundheitsministerin Heike Werner sagte: „Die Zunahme bei den Krebsneuerkrankungen ist zumeist auf den wachsenden Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung zurückzuführen. Berücksichtigt man die sich wandelnde Altersstruktur, so zeigt sich sowohl bei Männern als auch bei Frauen ein seit Jahren stabiler Verlauf bei den Neuerkrankungen. Dabei sind die altersbereinigten Neuerkrankungsraten in Thüringen bei Männern auf gleicher Höhe mit und bei Frauen unter dem Bundesdurchschnitt.“

Ministerin Werner appellierte an alle Thüringer Bürgerinnen und Bürger, die Angebote der Information, Beratung und Früherkennung unbedingt zu nutzen. „Das senkt das Risiko, an Krebs zu erkranken und erhöht deutlich die Heilungschancen.“

Im Rahmen von Früherkennungsuntersuchungen haben Männer ab dem 45. Lebensjahr jährlich einen gesetzlichen Anspruch auf Inanspruchnahme einer Prostatauntersuchung. Ab dem 50. Lebensjahr besteht für Männer und Frauen ein Anspruch auf eine jährliche Darmuntersuchung, ab dem 55. Lebensjahr auf eine Darmspiegelung. Frauen ab einem Alter von 20 Jahren können einmal jährlich eine Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs bzw. dessen Vorstufen durchführen lassen. Um Brustkrebs frühzeitig erkennen zu können, haben Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie-Untersuchung.

Ausgewählte Informationen des Gemeinsamen Krebsregisters über Krebs in Thüringen:

  • In den vergangenen 10 Jahren hat die Zahl der Krebsneuerkrankungen in Thüringen bei Männern um 19% und bei Frauen um 5% zugenommen.
  • Pro Jahr erkranken in Thüringen ungefähr 7.830 Männer und 6.100 Frauen an Krebs (ohne weißen Hautkrebs).
  • 3.670 Männer und 2.850 Frauen versterben an einer Krebserkrankung.
  • Ungefähr die Hälfte aller Krebsdiagnosen entfällt auf die jeweils drei häufigsten Krebserkrankungen. Bei Männern sind das Prostatakrebs (22% Anteil an allen Krebsneuerkrankungen), Darm- (13%) und Lungenkrebs (13%). Frauen erkranken zumeist an Tumoren der Brustdrüse (28%), des Darms (13%) oder der Lunge (6%).
  • Die Entwicklung der Neuerkrankungsraten bei den häufigsten Krebserkrankungen verlaufen in den letzten 10 Jahren unterschiedlich. Bei Männern zeigen Darm- und Lungenkrebs Rückgänge (durchschnittlich jährlich -1,5%, bzw. -1,9%) stabile Verläufe und Prostatakrebs einen Anstieg (+1,6%). Bei Frauen ist Darmkrebs rückläufig (-2,5%), während Lungen- und Brustkrebs ansteigende Verläufe haben (+2,8% bzw. +1,6%).
  • Bessere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten führen zu immer längeren Überlebenszeiten. Inzwischen überleben etwa 58% der männlichen und 64% der weiblichen Krebspatienten ihre Krebserkrankung mindestens fünf Jahre. Ende der 1980er Jahre waren es lediglich 27% bzw. 41%.
  • Daher gibt es auch immer mehr Menschen in Thüringen, die mit einer Tumorerkrankung leben. Im Jahr 2013 waren es etwa 34.800 Männer und 32.400 Frauen, bei denen in den letzten 10 Jahren Krebs diagnostiziert wurde. Das sind rund 3,3% aller Männer und 2,9% aller Frauen des Freistaats. Im Alter über 70 Jahren sind es 12% der Männer und 7% der Frauen, die mit einer in den letzten 10 Jahren diagnostizierten Krebserkrankung leben.

Der vollständige Bericht „Krebs in Thüringen“ kann über die Internetseite des GKR heruntergeladen werden (www.krebsregister.berlin.de). Darin sind unter anderem detaillierte Tabellen und Grafiken zu Neuerkrankungen und Sterbefällen, zu Überlebensraten und Alters- und Stadienverteilungen dargestellt. Darüber hinaus enthält der Bericht Angaben zum Krebsgeschehen in den einzelnen kreisfreien Städten und Landkreisen Thüringens.

Hintergrundinformation:

Das Gemeinsame Krebsregister (GKR) ist das bevölkerungsbezogene Krebsregister für die neuen Bundesländer und Berlin. Es hat seinen Sitz in Berlin und wird als nachgeordnete Einrichtung bei der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Berlin geführt. An der Führung des GKR wirken die beteiligten Länder durch einen Verwaltungsausschuss mit, dem je ein Vertreter der obersten Gesundheitsbehörde angehört.

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Text: Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit,Frauen und Familie

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