Bonn – Tipps für ein umweltfreundliches Weihnachtsfest

tipps-fuer-ein-umweltfreundliches-weihnachtsfestBonn (NRW) – Umweltfreundliches Weihnachtsfest: Weihnachten ist ein Fest der Freude und der Besinnlichkeit – und des Konsums. Wie es trotzdem gelingen kann, an Weihnachten an die Umwelt zu denken, erklärt der Bonner Umweltdezernent Helmut Wiesner im Interview.

Herr Wiesner, Weihnachten und Umweltbewusstsein – passt das überhaupt zusammen?

Ja, auf jeden Fall! Gerade an Weihnachten treffen die Menschen eine Vielzahl von Kaufentscheidungen, bei denen es fast immer auch eine umweltfreundliche Alternative gibt. Das bietet das Potenzial, regionale und ökologisch orientierte Anbieter zu unterstützen. Das fängt schon beim Kauf des Weihnachtsbaumes an.

Stichwort Weihnachtsbaum – worauf sollte man hier beim Kauf achten?

Regionalität und Siegel sind die beiden entscheidenden Faktoren. Ein Baum aus der näheren Umgebung vermeidet unnötigen Schadstoffausstoß durch den Transport. Öko-Siegel wie FSC, Naturland oder Bioland bescheinigen, dass die Bäume umweltfreundlich angebaut wurden. Ökologisch orientierte Anbauer pflegen ihre Kulturen per Hand oder Schafbeweidung und verzichten auf chemische Pflanzenschutzmittel. Oft lohnt sich eine direkte Nachfrage nach der Art der Produktion. Seit einiger Zeit werden auch fair gehandelte Weihnachtsbäume im Handel angeboten.

Haben Sie einen Tipp, wo es in Bonn umweltfreundliche Weihnachtsbäume zu kaufen gibt?

Eine sehr gute Adresse ist die Weihnachtsbaumaktion der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn. Die Aktion verfolgt zwei Ziele: Zum einen werden die Fichten und Kiefern in der Eifel von den Studierenden selbst geschlagen, um einheimischen Pflanzen- und Tierarten wieder mehr Raum zur Ausbreitung zu geben. Zum anderen werden für die Bäume Spenden erbeten, welche in soziale oder Naturschutzprojekte fließen.

Wie sieht es mit dem Christbaumschmuck aus – gibt es da eine umweltschonende Variante?

Produkte aus Glas, Filz, Stroh oder Ton bieten sich für den Einkauf an. Beim elektrischen Lichterketten-Schmuck sollten LED-Lichterketten bevorzugt werden. Sie sparen 85 Prozent Energie und besitzen eine hohe Lebensdauer.

Die weihnachtliche Bescherung löst alle Jahre wieder eine wahre Müllflut aus – wie lässt sich das vermeiden?

Dazu tragen in erster Linie aufwändige Schachteln, Styroporformteile, Klarsichtdeckel, Glitzerfolien und Geschenkpapier sowie zusätzliche Einweg-Lebensmittelverpackungen bei. Dabei gibt es umweltschonende Alternativen wie Kisten und Schachteln, die später zum Sortieren und Aufbewahren verwendet werden können. Statt in glitzernden Folien können Geschenke auch in Recycling-Geschenkpapier, Kalenderblättern oder schön gestalteten Katalogseiten verpackt werden.

Haben Sie zum Abschluss noch Tipps für ein umweltfreundliches Festtagsessen?

Die Festtagstafel ist die perfekte Gelegenheit, regionale Produkte aus biologischem Anbau und artgerechter Aufzucht auszuprobieren. Bioqualität ist inzwischen auch in herkömmlichen Supermärkten erhältlich. Ein Tipp unseres Stadtförsters: Wildfleisch aus der Region ausprobieren. Das Fleisch von Reh, Hirsch und Wildschwein schmeckt aromatisch, enthält viele Mineralstoffe und ist dabei fettarm. Das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft bietet zum Beispiel noch bis zum 23. Dezember Wildfleisch aus heimischen Wäldern an. Bei Produkten, die nicht aus unseren Breitengraden stammen, wie zum Beispiel Kaffee, Tee, Schokolade, Kakao, aber auch Orangensaft und Reis, empfiehlt es sich, Artikel aus dem fairen Handel zu kaufen. Damit wird ausbeuterische Kinderarbeit vermieden und soziale Mindeststandards sind garantiert.

Termine und Adressen:

Die Weihnachtsbaumaktion der landwirtschaftlichen Fakultät findet dieses Jahr am Freitag, 16. Dezember, bis Sonntag, 18. Dezember, jeweils von 11 bis 16 Uhr im Nutzpflanzengarten statt, Eingang Karlrobert-Kreiten-Straße, Bonn-Poppelsdorf.

Weitere Adressen für Weihnachtsbäume aus ökologischem Anbau oder fairem Handel bieten die Internetseiten www.robinwood.de und www.fairtrees.de.

Der Wildfleischverkauf des Regionalforstamtes findet noch bis zum 23. Dezember montags bis freitags jeweils von 8 bis 12 Uhr in Bonn-Röttgen, Flerzheimer Allee 15, statt. Fragen zum Verkauf beantwortet das Regionalforstamt unter der Telefonnummer 02243 – 92 16 0.

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Herausgeber: Der Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, Presseamt, Stadthaus, Berliner Platz 2, 53111 Bonn

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