Bonn – Info-Veranstaltung der Schulpsychologie Bonn: Mobbing frühzeitig erkennen

Das Gesundheitsmagazin - Events - Aktuell -Bonn – „Mama, ich halte es hier nicht mehr aus! Die machen mich alle fertig! Bitte hol mich ab, ich kann nicht mehr!!!“. So lautete die nächtliche SMS der vierzehnjährigen Caroline (Name geändert), die sich zu diesem Zeitpunkt auf einer Klassenfahrt befand. Erst durch diesen Hilferuf wurde ihre Mutter darauf aufmerksam, dass das Mädchen seit Monaten massiven Mobbinghandlungen ausgesetzt war.

Um über Mobbing zu informieren, laden die Schulpsychologie Bonn und das Beethoven-Gymnasium Lehrkräfte und Schulleitungen weiterführender Schulen und Eltern zu der kostenfreien Veranstaltung „Mobbing frühzeitig erkennen“ am Dienstag, 16. Mai 2017, um 19 Uhr in die Aula des Beethoven-Gymnasiums ein.

Die bekannte Kölner Autorin Astrid Frank wird aus ihrem Buch „Unsichtbare Wunden“ lesen und dabei anschaulich schildern, wie sich Mobbing auf die Betroffenen auswirkt. Im Anschluss an die Lesung wird das Thema bis 21 Uhr gemeinsam mit der Autorin, Betroffenen und mit Fachleuten aus dem Bereich Schule und Beratung in einem Podiumsgespräch vertieft.

Von Mobbing betroffene Schülerinnen und Schüler und deren Eltern können sich kostenfrei bei der schulpsychologischen Beratungsstelle beraten lassen. Das Angebot der Beratung richtet sich auch an Schulen und einzelne Lehrkräfte, die Mobbing vermuten oder beobachten. Im Rahmen der Gewaltprävention bietet die Schulpsychologie Bonn den Schulen und Lehrkräften auch Fortbildungsveranstaltungen zur Mobbingprävention an. Weitere Informationen gibt es im Internet: www.bonn.de/@schulpsychologie.

Carolins Fall und wie ihr geholfen werden konnte

Was als harmlose Neckerei begann, hatte schleichend beunruhigende Ausmaße angenommen. Caroline war immer ein beliebtes Mädchen in einer angesehenen Mädchenclique gewesen. Doch nach und nach geriet sie ins Abseits. Die anderen vereinbarten ihre Treffen ohne sie und ignorierten sie, wenn sie sich zu der Gruppe stellte. Brachte sie sich ins Gespräch ein, kamen spöttische Kommentare. So verbrachte sie ihre Tage nur noch zu Hause. Die schulischen Leistungen sanken und sie verlor das Interesse an ihren Hobbies. Von den Eltern darauf angesprochen, reagierte sie gereizt und zog sich in ihr Zimmer zurück. Die Eltern erklärten sich das Verhalten ihres Kindes mit den typischen Veränderungen in der Pubertät.

Wie ein Puzzle setzten sich im Anschluss an den Hilferuf die vielfältigen Verhaltensänderungen Carolines zusammen. Die Mutter wandte sich in der Folge an die Klassenlehrerin. Beraten durch eine Schulpsychologin konnte die Klassenlehrerin Maßnahmen ergreifen, die das Mobbing beendeten und Caroline den Weg eröffneten, einen neuen Platz in der Klassengemeinschaft zu finden.

Wie Caroline ergeht es vielen Kindern und Jugendlichen. Mobbing ist in allen Schulformen anzutreffen. Schätzungen zufolge gibt es in nahezu jeder Schulklasse eine betroffene Person. Das Team der schulpsychologischen Beratungsstelle der Stadt Bonn weiß aus der Beratungspraxis, dass es für Lehrkräfte in vielen Fällen leider nicht einfach ist, Mobbing zu erkennen. Auf den ersten Blick lassen sich Mobbing-Handlungen oft nicht von einem Konflikt unter gleichberechtigten Schülern unterscheiden. Bei den betroffenen Schülerinnen und Schülern beeinträchtigt Mobbing die Gesundheit und die soziale und schulische Entwicklung. Da sie häufig aus Scham schweigen, ist es umso notwendiger, dass Eltern und Lehrkräfte möglichst frühzeitig Anzeichen von Mobbing erkennen.

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Herausgeber: Der Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, Presseamt, Stadthaus, Berliner Platz 2, 53111 Bonn

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